Kurz gesagt: Ein Logical Switch ist ein virtueller Zwei-Positions-Schalter, den eine Bedingung schaltet – „Gas unter −95 %“, „Akku unter 14 V“, „SF unten und L03 wahr“. Du wählst eine Funktion, füllst V1 und V2, optional einen AND-Schalter, ein Delay (Bedingung muss so lange anliegen) und eine Duration (so lange bleibt er an). Danach kannst du ihn überall benutzen, wo EdgeTX einen Schalter erwartet: Special Functions, Mixer, Timer, andere Logical Switches. 64 Stück gibt es pro Modell, L01 bis L64.
Für Einsteiger: Was ist ein Logical Switch?
Stell dir einen Kippschalter vor, den nicht dein Daumen umlegt, sondern eine Regel. Die Regel formulierst du in der Funke: „Wenn die Akkuspannung unter 14 V liegt, ist der Schalter an.“ EdgeTX prüft die Regel alle 10 Millisekunden (10 ms) und stellt den Schalter entsprechend. Alles, was du an einen echten Schalter hängen kannst – eine Ansage, einen Timer, einen Kanal –, kannst du auch an diesen virtuellen Schalter hängen. Das Handbuch nennt sie „virtuelle Zwei-Positions-Schalter“, deren Wert ON/OFF (oder +100/−100 als Quelle) vom Ergebnis eines logischen Ausdrucks abhängt. Auf Deutsch heißen sie logische Schalter, in der Funke findest du sie unter Model → Logical Switches.
Drei Begriffe, die gleich noch auftauchen: Special Functions sind die Aktionen der Funke (Ansage, Vibration, Timer-Reset), der Mixer verbindet Sticks und Schalter mit den Kanälen zum Kopter, und GVARs (globale Variablen) sind kleine Zahlenspeicher im Modell.
Ich bin über Logical Switches gestolpert, als ich meinen Prearm aus Betaflight in die Funke verlegt habe – daraus wurde das Prearm-Fenster mit sieben Logical Switches. Dabei habe ich gemerkt, dass ich Sticky und Edge bis dahin nur halb verstanden hatte. Dieser Artikel ist das, was ich damals gern gelesen hätte: erst das Grundprinzip, dann alle Funktionen, dann Beispiele, die im FPV-Alltag wirklich nützlich sind. Stand ist EdgeTX 2.12; an den Funktionen hat sich seit 2.10 nichts geändert.
Das Grundprinzip: Funktion, V1, V2 – und drei Extras
Jeder Logical Switch hat dieselben Felder. Was in V1 und V2 steht, hängt von der Funktion ab: mal eine Quelle (Stick, Kanal, Telemetriewert), mal eine Konstante, mal ein Schalter, mal eine Zeit.
| Feld | Was es tut | Bereich |
|---|---|---|
| Func | Die Funktion, also die Art der Regel (Vergleich, Logik, Edge, Sticky, Timer, Delta) | siehe Tabelle unten |
| V1 | Erste Quelle: Stick, Kanal, Telemetrie, GVAR – oder ein Schalter, auch ein anderer Logical Switch | je nach Funktion |
| V2 | Zweite Quelle, eine Konstante (in % der Quelle, bei Telemetrie in der Sensoreinheit), ein Schalter oder eine Zeit | Bereich leitet EdgeTX aus V1 ab |
| AND switch | Zusätzlicher Schalter, der wahr sein muss, damit der Logical Switch überhaupt angehen darf; auch negiert möglich („!SA↑“) | Schalter, LS, Trim, Flugphase |
| Duration | So lange bleibt der Logical Switch nach dem Einschalten an. „---“ heißt: solange die Bedingung wahr ist | 0,0 bis 25,0 s |
| Delay | So lange muss die Bedingung ununterbrochen wahr sein, bevor der Logical Switch angeht | 0,0 bis 25,0 s (bei Edge nicht verfügbar) |
| Persistent | Nur bei Sticky: Zustand überlebt das Ausschalten, siehe unten | an/aus |
Delay und Duration richtig verstehen
Die beiden Zeiten verwechselt fast jeder am Anfang. So arbeiten sie laut Code:
- Delay ist ein Entpreller: Er filtert kurze Wackler weg. Wird die Bedingung wahr, startet der Delay-Zähler. Fällt die Bedingung vorher wieder ab, beginnt der Zähler von vorn. Der Logical Switch geht also erst an, wenn die Bedingung durchgehend so lange erfüllt war. Ein Spannungseinbruch beim Vollgas-Stoß (Punch-out) löst so keine Akku-Warnung aus.
- Duration macht aus dem Schalter einen Impuls fester Länge. Nach dem Einschalten bleibt er genau so lange an – auch wenn die Bedingung schon wieder weg ist – und geht danach aus, selbst wenn die Bedingung noch anliegt. Erneut auslösen kann er erst, wenn die Bedingung zwischendurch einmal falsch war.
- Beides zusammen geht: erst Delay abwarten, dann Duration lang an.
Die Zeitauflösung ist 0,1 Sekunden: Die Bedingungen selbst wertet EdgeTX alle 10 ms aus, die Zeitfunktionen (Delay, Duration, Edge, Sticky, Timer) laufen im 100-ms-Takt. Feiner als eine Zehntelsekunde wird es also nicht.
Der AND-Schalter
Der AND-Schalter ist eine Bedingung obendrauf: Steht er auf falsch, ist der Logical Switch falsch, egal was V1 und V2 sagen. Typischer Einsatz: „SF↓“ als AND-Schalter an einer Warnung, damit sie nur im gearmten Zustand kommt. Eine Feinheit, die einen irgendwann beißt: Bei den meisten Funktionen setzt ein falscher AND-Schalter auch den internen Zustand zurück – Delay-Zähler auf null, Timer-Zyklus auf Anfang. Sticky und Edge laufen intern aber weiter – der AND-Schalter blendet nur ihren Ausgang aus. Ein Sticky kann also „gesetzt“ werden, während der AND-Schalter falsch ist, und ist dann sofort an, sobald der AND-Schalter wahr wird. Und eine bereits laufende Duration läuft trotz falschem AND-Schalter zu Ende; einen laufenden Impuls kann er nicht abbrechen.
Alle Funktionen im Überblick
Die Funktionsliste ist seit OpenTX-Zeiten unverändert und auf allen EdgeTX-Funken gleich. „a“ steht für V1, „b“ für eine zweite Quelle in V2, „x“ für eine Konstante in V2. Sticks und Kanäle rechnen intern in ±1024, was ±100 % entspricht; du gibst x in Prozent ein.
| Funktion | Wahr, wenn … | V1 / V2 |
|---|---|---|
| Vergleich mit einem Wert | ||
| a=x | V1 exakt gleich x ist | Quelle / Konstante |
| a~x | V1 ungefähr x ist – Toleranz ±16 von 1024, also etwa ±1,5 % (bei GVARs exakt) | Quelle / Konstante |
| a>x | V1 größer als x ist | Quelle / Konstante |
| a<x | V1 kleiner als x ist | Quelle / Konstante |
| |a|>x | der Betrag von V1 größer als x ist (Stick weit weg von der Mitte, egal in welche Richtung) | Quelle / Konstante |
| |a|<x | der Betrag von V1 kleiner als x ist (Stick nahe der Mitte) | Quelle / Konstante |
| Vergleich zweier Quellen | ||
| a=b | V1 gleich V2 ist | Quelle / Quelle |
| a>b | V1 größer als V2 ist | Quelle / Quelle |
| a<b | V1 kleiner als V2 ist | Quelle / Quelle |
| Logik | ||
| AND | beide Schalter wahr sind | Schalter / Schalter |
| OR | mindestens einer der beiden Schalter wahr ist | Schalter / Schalter |
| XOR | genau einer der beiden Schalter wahr ist | Schalter / Schalter |
| Flanke | ||
| Edge | der Schalter V1 für eine bestimmte Zeit gehalten und (je nach Einstellung) losgelassen wurde – ein Impuls von 0,1 s, Details unten | Schalter / Zeit [t1:t2] |
| Einrasten | ||
| Sticky | V1 ihn eingeschaltet und V2 ihn noch nicht ausgeschaltet hat – ein Speicher, Details unten | Schalter setzen / Schalter rücksetzen |
| Timer | ||
| Timer | der freilaufende Zyklus gerade in der An-Phase ist: V1 Sekunden an, V2 Sekunden aus, immer wieder | Zeit an / Zeit aus |
| Änderung (Delta) | ||
| △>x | V1 sich seit der letzten Auslösung um mindestens x geändert hat – mit negativem x in Richtung Abfall | Quelle / Konstante (auch negativ) |
| |△|>x | V1 sich um mindestens x geändert hat, Richtung egal | Quelle / Konstante |
Ein paar Anmerkungen zu den weniger offensichtlichen Zeilen:
- Telemetrie als V1: V2 gibst du in der Einheit des Sensors ein, also 14.0 für 14 Volt. Kommt gerade keine Telemetrie an, liefert jede Vergleichsfunktion mit Telemetriequelle falsch. Die Akku-Warnung schweigt dann – dafür brauchst du zusätzlich die „Telemetry lost“-Warnung der Funke, im Telemetrie-Artikel erklärt.
- Timer: Die Zeiten sind gestuft: 0,1 bis 1,9 s in Zehntelschritten, 2 bis 59,5 s in halben Sekunden, 60 bis 175 s in ganzen Sekunden. Ohne AND-Schalter läuft der Zyklus ab dem Einschalten des Modells frei durch. Ein AND-Schalter setzt ihn zurück: Bei Freigabe beginnt der Zyklus neu mit der An-Phase – eine Blinkfolge ist damit synchron zum Schalter.
- Delta (△): Das Handbuch schreibt „△>x“, der Code vergleicht auf „größer oder gleich“. EdgeTX merkt sich einen Referenzwert; ändert sich V1 um x gegenüber der Referenz, ist der Schalter kurz wahr (mindestens 100 ms, damit Special Functions ihn sehen) und die Referenz wird auf den aktuellen Wert gesetzt. Bewegt sich der Wert in die „falsche“ Richtung, zieht die Referenz nach. Mit V2 = −0.5 auf RxBt bekommst du so eine Ansage bei jedem halben Volt Spannungsabfall.
EdgeTX Edge-Funktion: der Impuls beim Drücken oder Loslassen
Edge ist die Funktion für „einmal, nicht dauernd“. V1 ist ein Schalter oder Taster, V2 zeigt zwei Zeitfelder [t1 : t2]. t1 ist die Mindest-Haltedauer, t2 die Höchst-Haltedauer – und t2 hat zwei Sonderwerte, die alles entscheiden:
| V2 | Wann Edge wahr wird | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
[0.0 : <<] | Sofort im ersten Tick, in dem V1 wahr wird – ohne Loslassen. Mit t1 > 0: genau dann, wenn V1 so lange gehalten wurde | Einmal-Ansage beim Armen, „lang drücken“-Aktionen |
[0.0 : --] | Beim Loslassen von V1, egal wie lange gehalten (bei t1 > 0: nur wenn länger als t1 gehalten) | Taster als Auslöser, Prearm-Fenster öffnen |
[0.5 : 2.0] | Beim Loslassen nur, wenn die Haltedauer über t1 und höchstens t2 lag – „kurz gedrückt, aber nicht zu lang“ | Kurz- und Langdruck auf einem Taster unterscheiden |
Wichtig: Der Ausgang von Edge ist ein einzelner Tick von 0,1 Sekunden. Für eine Special Function reicht das, für alles andere verlängerst du ihn mit Duration. Und Delay gibt es bei Edge nicht – die Funke zeigt dort „N/A“. Intern zählt EdgeTX, wie viele 100-ms-Ticks V1 schon wahr ist, bis maximal 100 Sekunden.
EdgeTX Sticky Switch: der Schalter, der sich etwas merkt
Sticky ist ein Speicher mit zwei Eingängen: V1 setzt, V2 setzt zurück. Beide sind Schalter – echte, negierte oder andere Logical Switches. Drei Dinge muss man dazu wissen, sonst verzweifelt man beim Testen:
- Nur Flanken zählen. Gesetzt wird beim Wechsel von V1 von falsch nach wahr. Ein V1, der dauerhaft wahr ist, setzt nicht erneut – er muss erst falsch werden. Genauso beim Rücksetzen: V2 braucht eine steigende Flanke. Ist V2 beim Setzen bereits wahr, muss es erst falsch und wieder wahr werden.
- Duration löscht den Speicher. Ein Sticky mit Duration 5.0 ist nach dem Setzen fünf Sekunden an und dann wieder frei – so baust du ein Zeitfenster mit einem einzigen Logical Switch.
- Flanken werden nur alle 100 ms erkannt. Sehr kurze Schalterimpulse unter einer Zehntelsekunde können verloren gehen. Wer den Setz-Schalter nur antippt, sollte das im Hinterkopf haben.
Dazu kommt die Option Persistent: Der Zustand wird im Modell gespeichert und beim Einschalten oder Modellwechsel wiederhergestellt. Für Zähler oder „schon einmal geflogen“-Merker ist das praktisch. Für alles rund ums Armen ist es gefährlich – ein persistenter Arm-Sticky lässt die Funke „gearmt“ hochfahren.
Genau so ein Sticky ist der Kern meines Prearm-Fensters: L2 wird von „Arm-Schalter unten im offenen Fenster“ gesetzt und von „Arm-Schalter oben“ zurückgesetzt. Ein zweiter Sticky L6 merkt sich, ob seit dem Einschalten überhaupt schon gearmt wurde – damit die Disarm-Ansage beim Einschalten der Funke stumm bleibt. Wer die ganze Kette L1 bis L7 sehen will, findet sie dort mit Tabelle.
Fünf FPV-Beispiele zum Nachbauen
Die Konventionen für alle Beispiele: Arm-Schalter ist SF (SF↑ = disarmed, SF↓ = gearmt; in EdgeTX wählst du die Position „SF↓“). Gas ist die Quelle Thr. Telemetrie kommt über ELRS/CRSF (ExpressLRS-Funkstrecke), dort heißt die Akkuspannung vom Flight Controller RxBt; bei FrSky SmartPort ist es VFAS. Alle Sensoren müssen vorher unter Telemetrie → Discover new sensors angelegt sein. Die Nummern L01 bis L13 sind frei gewählt – nimm, was bei dir frei ist. Die Tabellen haben sieben Spalten; auf dem Handy lassen sie sich seitlich schieben, die LS-Nummer bleibt dabei stehen.
1. Akku-Warnung per Telemetrie, ohne Fehlalarm beim Punch-out
Der Klassiker, und das Beispiel aus dem EdgeTX-Handbuch, hier auf 4S angepasst: Warnung unter 3,5 V pro Zelle, aber erst, wenn die Spannung drei Sekunden lang darunter bleibt. Der Delay filtert die Einbrüche bei Vollgas.
| LS | Func | V1 | V2 | AND | Duration | Delay |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L01 | a<x | RxBt | 14.0 | SF↓ (optional) | --- | 3.0 |
Dazu eine Special Function: Trigger L01, Funktion Play Value, Wert RxBt, Repeat 10s. Alternativ Play Track mit einer eigenen Sounddatei oder Haptic. Bei 6S nimmst du 21.0. Wie die Telemetrie überhaupt ankommt, wie RxBt Zellenspannung liefert und wie die Warnung mit Sticky eine Rückstellschwelle bekommt, steht ausführlich im Artikel zur EdgeTX-Telemetrie. Wer statt einer festen Schwelle lieber jeden Spannungsabfall hört: L02 mit Func △>x, V1 RxBt, V2 −0.5, und daran Play Value RxBt mit Repeat 1x.
2. Arm-Ansage nur, wenn das Gas unten ist
Eine Ansage „armed“ ist schön, aber wirklich nützlich wird sie, wenn sie zugleich prüft, ob das Gas unten steht – denn Betaflight armt sonst ohnehin nicht. Zwei Logical Switches:
| LS | Func | V1 | V2 | AND | Duration | Delay |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L03 | a<x | Thr | −95 | --- | --- | --- |
| L04 | AND | SF↓ | L03 | --- | --- | --- |
Special Functions: Trigger L04, Play Track „armed“, Repeat !1x – das Ausrufezeichen heißt „nicht beim Einschalten der Funke abspielen“. Für die Gegenrichtung Trigger SF↑, Play Track „disarm“, ebenfalls !1x. Wer statt eines Dauersignals genau einen Impuls beim Armen will, hängt L05 dazwischen: Func Edge, V1 SF↓, V2 [0.0 : <<], Duration 0.5 – wahr im ersten Tick, hörbar verlängert.
3. Hochgas-Warnung nach zwei Sekunden
Wer ohne Gaslimit fliegt, will vielleicht wissen, wenn er länger als zwei Sekunden über 80 % hängt – etwa beim Cruisen mit einem 7-Zoll, wo das den Akku unnötig leer zieht. Kurze Punch-outs sollen nicht piepen.
| LS | Func | V1 | V2 | AND | Duration | Delay |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L06 | a>x | Thr | 80 | SF↓ | --- | 2.0 |
Special Function: Trigger L06, Funktion Haptic, Wert 2, Repeat 3s. Wer lieber hört als fühlt: Play Sound „Warn1“. Variante für Piloten mit Gaslimit-Schalter: L07 mit Func AND, V1 !SA↑ (der Schalter, der bei dir das Gaslimit schaltet – bei mir liegt es auf den langsamen Rateprofilen an SA), V2 L06 – warnt nur, wenn das Limit aktiv ist und das Gas trotzdem darüber liegt.
4. Flugtimer nur, wenn gearmt und Gas über Leerlauf
Der Timer soll die Flugzeit zählen, nicht die Zeit, in der der Kopter gearmt auf dem Boden steht. Deshalb zwei Bedingungen: gearmt und Gas knapp über Leerlauf.
| LS | Func | V1 | V2 | AND | Duration | Delay |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L08 | a>x | Thr | −90 | --- | --- | --- |
| L09 | AND | SF↓ | L08 | --- | --- | --- |
Dann unter Model Setup → Timer 1: Mode ON, Switch L09. Der Timer läuft nur, wenn L09 wahr ist, und stoppt, sobald das Gas unten ist oder du disarmst. Den Wert −90 passt du an dein Idle an. Ohne Logical Switch ginge auch Timer-Mode Throttle mit Switch SF↓ – der startet, sobald das Gas angehoben wird –, aber ohne einstellbare Schwelle. Zum Zurücksetzen entweder eine Special Function mit Trigger SF↑ und Funktion Reset Timer1, oder du setzt ihn manuell zurück, wenn du die Gesamtzeit über mehrere Akkus sehen willst.
5. Prearm-Fenster: die Kurzform
Mein echtes Prearm-Fenster hat sieben Logical Switches, weil es auch nach einem Disarm zehn Sekunden offen bleibt und die Disarm-Ansage nur beim echten Disarm kommt – alles dort erklärt. Das Grundprinzip geht aber mit drei Logical Switches, und die zeigen Edge, Sticky mit Duration und AND in einer Kette. Der Taster SH öffnet beim Loslassen ein 5-Sekunden-Fenster; nur darin armt SF.
| LS | Func | V1 | V2 | AND | Duration | Delay |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L10 | Edge | SH↓ | [0.0 : --] | --- | --- | N/A |
| L11 | Sticky | L10 | SF↑ | --- | 5.0 | --- |
| L12 | AND | SF↓ | L11 | --- | --- | --- |
L10 gibt beim Loslassen von SH einen Impuls, L11 wird davon gesetzt und ist dank Duration genau fünf Sekunden an, L12 ist der Arm-Wunsch im offenen Fenster. Im Mixer bekommt CH5 die Quelle MAX (ein konstanter Wert von +100) mit Switch L12; ohne L12 liegt der Kanal auf −100, in Betaflight legst du den ARM-Bereich entsprechend auf den oberen Bereich. Persistent bei L11 bleibt aus.
Zwei ehrliche Hinweise:
- In dieser Kurzform ist L12 nur so lange wahr, wie das Fenster offen ist – für einen dauerhaften Arm-Zustand braucht es, wie in meiner langen Version, einen weiteren Sticky, der von L12 gesetzt und von SF↑ zurückgesetzt wird.
- Betaflights eigener PREARM-Modus bleibt die sicherere Grundabsicherung; die Funkenlösung ersetzt ihn nur, wenn du weißt, was du tust.
Bonus, weil ELRS: L13 mit Func a<x, V1 RQly, V2 70, Delay 1.0, daran Play Value RQly mit Repeat 5s – die Funke sagt dir die Link-Qualität an, sobald sie länger als eine Sekunde unter 70 % fällt.
Typische Fehler
- Delay und Duration vertauscht. Ein „Delay 3.0“ an der Akku-Warnung ist richtig, eine „Duration 3.0“ macht daraus einen Drei-Sekunden-Piep, der danach verstummt, bis die Spannung einmal über die Schwelle steigt.
- Sticky mit dauerhaft wahrem V1. Der Sticky setzt nur bei der steigenden Flanke. Wenn dein Setz-Schalter schon beim Einschalten wahr ist, passiert nichts – erst nach einem Wechsel.
- Edge ohne Duration an einen Mixer gehängt. Ein 0,1-Sekunden-Impuls ist für einen Kanal unbrauchbar. Special Functions sehen ihn, alles andere braucht Duration.
- Telemetrie-Schwelle in Prozent statt in Volt. Bei Telemetriequellen gilt die Sensoreinheit. „14“ heißt 14 Volt, nicht 14 %.
- Sensor nicht angelegt. RxBt taucht erst in der Quellenliste auf, wenn er unter Telemetrie entdeckt wurde. Vorher vergleicht der Logical Switch ins Leere. Was die Sensorsuche braucht, steht unter Sensoren in EdgeTX entdecken.
- Persistent am Arm-Sticky. Siehe oben – nur für Zähler und Merker, nie für Arm-Logik.
- Mehrere Bedingungen in einen Logical Switch quetschen. Sticky plus AND-Schalter in einem LS verhält sich anders, als man erwartet, weil der Sticky intern weiterläuft. Die Empfehlung aus der EdgeTX-Community: Bedingungen erst in einem AND-Schalter bündeln, dann den Sticky davon setzen lassen.
- Nicht im Monitor nachgeschaut. Der Channel Monitor hat als fünfte Seite den Logical Switches Monitor. Aktive Schalter sind hervorgehoben. Dort testet man Ketten in einer Minute statt in zehn.
Welches Beispiel fehlt dir?
Die Beispiele hier sind die Fälle, die im FPV-Alltag am häufigsten gebraucht werden. Wenn dir einer fehlt – Failsafe-Warnung, GPS-Ansagen, Schalter-Kombinationen für mehrere Kopter –, schreib ihn unten in die Kommentare, dann schaue ich ihn mir an und ergänze ihn hier. Alle weiteren Anleitungen zu meiner Funke stehen unter TX16S MK3 Tutorials.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Delay und Duration?
Delay: Die Bedingung muss so lange ununterbrochen anliegen, bevor der Logical Switch angeht – ein Entpreller. Duration: Der Logical Switch bleibt nach dem Einschalten genau so lange an und geht dann aus, auch wenn die Bedingung noch gilt. Erst wenn die Bedingung einmal falsch war, kann er erneut auslösen.
Warum geht mein Sticky nicht mehr an, obwohl V1 wahr ist?
Sticky reagiert nur auf die steigende Flanke von V1, also auf den Wechsel von falsch nach wahr (Flanke = der Moment des Umschaltens). Ist V1 dauerhaft wahr, passiert nichts – V1 muss erst einmal falsch werden. Genauso braucht das Rücksetzen eine steigende Flanke von V2.
Was bedeuten <<, -- und [t1:t2] bei Edge?
„<<“ heißt: wahr, sobald V1 t1 lang gehalten wurde, ohne Loslassen. „--“ heißt: wahr beim Loslassen, wenn länger als t1 gehalten wurde. [t1:t2] heißt: wahr beim Loslassen nur, wenn die Haltedauer zwischen t1 und t2 lag. Der Ausgang ist ein 0,1-Sekunden-Impuls, den du mit Duration verlängern kannst. Delay gibt es bei Edge nicht.
Mein Logical Switch mit Telemetrie wird nie wahr – warum?
Meist ist der Sensor nicht unter Telemetrie „Discover new“ angelegt, es ist der falsche Sensorname (RxBt bei ELRS/CRSF, VFAS bei FrSky SmartPort) oder V2 steht nicht in der Sensoreinheit. Und: Kommt gerade keine Telemetrie an, liefert jede Vergleichsfunktion mit Telemetriequelle falsch. Im Channel Monitor auf Seite 5 siehst du den Zustand live.
Was heißt Persistent bei Sticky?
Der Zustand wird im Modell gespeichert und beim Einschalten der Funke oder beim Modellwechsel wiederhergestellt. Für alles, was mit Armen zu tun hat, lässt du das aus – sonst kann die Funke „gearmt“ hochfahren.
Wie sehe ich, ob ein Logical Switch gerade aktiv ist?
Im Channel Monitor gibt es als fünfte Seite den Logical Switches Monitor: Alle L01 bis L64 sind aufgelistet, aktive sind hervorgehoben. Zum Testen hilft auch eine Special Function „Play Sound“ mit dem Logical Switch als Trigger.
Wie viele Logical Switches gibt es in EdgeTX?
64 pro Modell, benannt L01 bis L64, auf allen EdgeTX-Funken. Je nach Funke und Liste steht auch mal „L1“ statt „L01“ – gemeint ist derselbe Schalter.
Kann ich einen Logical Switch negieren?
Ja. Überall, wo ein Schalter wählbar ist, gibt es auch „!L01“ – das Ausrufezeichen kehrt die Bedingung um. Das gilt für V1, V2 und den AND-Schalter genauso wie für Mixer, Timer und Special Functions.
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