Das Problem
Beim Bando-Freestyle geht es weniger um maximale Reichweite und mehr um stabile Verbindung trotz Reflexionen, Abschattung und Drehungen der Drohne. Die DJI O4 Pro hat zwei Antennen — aber wie positioniert man die optimal?
Die meisten Piloten kleben die Antennen einfach hinten drauf und hoffen. Ich wollte es besser wissen — und habe einen interaktiven Konfigurator gebaut, der das Abstrahlmuster beider Antennen im 3D-Raum visualisiert.
Die Physik: Dipol-Abstrahlmuster
Die O4 Pro Stubbys sind im Wesentlichen Dipole. Ihr Abstrahlmuster folgt der Gleichung G(θ) = sin²(θ) — ein Torus mit Maximum senkrecht zur Antennenachse und Null an den Spitzen. Das Diversity-System der O4 nutzt immer die Antenne mit dem besseren Signal.
Dazu kommt Shadowing: Der Lipo-Pack dämpft bei 5.8 GHz um 6–10 dB, die Carbon-Bodenplatte um ca. 3 dB. Durch Fresnel-Beugung am Rand kommt aber immer noch Signal durch — der Donut wird eingedellt, aber nie komplett abgeschnitten.
Der Konfigurator
Hier kannst du beide Antennen unabhängig positionieren und das resultierende Abstrahlmuster in Echtzeit sehen. Die Heatmap zeigt dir an jedem Raumwinkel den besseren Gain der zwei Antennen — grün ist stark, rot sind Blind Spots.
Mein Setup
Nach dem Durchspielen verschiedener Konfigurationen bin ich bei folgendem Setup gelandet:
Antenne A: Seitlich am zweiten Standoff von hinten, nach oben zeigend (Aufstellwinkel 90°, leichter Schwenk 11°). Der Donut strahlt hauptsächlich horizontal ab — perfekt für den Piloten, der auf Höhe der Drohne steht.
Antenne B: Hinten am Heck, fast flach nach hinten (Aufstellwinkel -4°). Deckt den Bereich hinter und unter der Drohne ab, kompensiert die Blind Spots von Antenne A.
Der TPU-Mount
Den Mount habe ich als ein Teil konstruiert: Standoff-Clip unten, Stubby-Aufnahme oben, integrierter Kabelkanal als C-Profil für das MMCX-Koax. Gedruckt in TPU 95A mit 0.2mm Layer und 100% Infill für maximale Crashresistenz.
Das Koax wird mit der Zugdraht-Methode eingefädelt — ein dünnes Kabel durchführen, MMCX-Kabel mit Isolierband dran und nachziehen. Funktioniert in beide Richtungen für den Fall, dass mal getauscht werden muss.
Fazit
Mit dem asymmetrischen Setup (seitlich + hinten) erreiche ich 94° zwischen den Antennen — nahezu orthogonal. Die Polarisations-Diversity liegt bei 99%, Blind Spots unter 5%. Für Bando-Flying ist das mehr als ausreichend.